Als deutsches Unternehmerpaar leben wir seit einigen Jahren in Rumänien und haben all das, womit Sie sich gerade beschäftigen, schon erfolgreich gemeistert:
Immobiliensuche, Immobilienkauf, Sanierung unseres Bauernhofs, Auswanderung, Behördengänge, Firmengründung(en) und Investments in eigene Projekte.
Darüber hinaus haben wir vielen Auswanderern geholfen in Rumänien anzukommen und ein Zuhause im 'Deutschen Siedlungsgebiet Apuseni-Gebirge' zu finden.
Unser Weg nach Rumänien
Da wir häufig nach "unserer Geschichte" gefragt werden, haben wir diese hier veröffentlicht.
Ziel: Auswanderung! Frage: Wohin?
Bereits im Jahr 2018 hatte sich vieles in Deutschland verändert. Es war die Summe aus vielen Dingen und die spürbar negative Stimmung, die uns schließlich veranlasst hat über eine Auswanderung nachzudenken.
Als potentielle Ziele standen u.a. Kanada, Irland, Island und Rumänien auf dem Prüfstand.
Wir haben monatelang recherchiert und Unmengen an Daten zusammengetragen und ausgewertet, um genau das Land zu finden, welches am besten zu unseren Ansprüchen, Lebensumständen und unserem Budget passt. Denn schließlich gab es auch noch eine 12-jährige, deren Interessen berücksichtigt werden mussten.
Am Ende blieb nur ein Kandidat übrig: Rumänien, über das es mehr Vorurteile als seriöse Informationen gab.
Die ersten Erfahrungen mit Rumänien
Ganz oben auf der Todo-Liste standen die Suche nach einer Immobilie und die Entwicklung eines schlüssigen Business-Konzepts.
Ein Immobilienmakler wurde beauftragt, erwies sich aber schnell als ungeeignet, da die Beratung ausschließlich darin Bestand, uns Immobilien schönzureden, die überhaupt nicht in Frage kamen.
Die erste schlechte Erfahrung war gemacht und genervt beschlossen wir die Wunschimmobilie selbst zu finden. Nicht unbedingt unsere beste Idee.
Da private und gewerbliche Anbieter bei rumänischen Immobilien mit Fotos und Details geizten und auf Fragen meist mit "Komm vorbei!" oder überhaupt nicht antworteten, stießen wir schnell an unsere Frustgrenze. Dennoch füllte sich in unendlichen Nachtschichten eine kleine Liste mit potentiellen Immobilien, die liebevoll formatiert wurde, ohne dadurch umfangreicher zu werden.
Ein rumänischer Dienstleister wurde beauftragt die Verkäufer anzurufen und nach Fotos, Details und Verkaufsunterlagen zu fragen. Auf unserer Liste überlebten - meist aufgrund nicht vorhandener Unterlagen - drei Einträge.
Die nächste schlechte Erfahrung war gemacht und die Erkenntnis gewonnen, dass Fotos von blühenden Apfelbäumen auf dem rumänischen Immobilienmarkt wichtiger sind als Besitzurkunden.
Die Fahrt ins gelobte Land
Nach 2 Telefonaten mit der Verkäuferin, die zum Glück in zartem Englisch geführt werden konnten, wählte der Familienrat den "Freiwilligen", der sich für das Abenteuer opfern sollte. Es traf den männlichen Teil der Familie, der recht euphorisch noch alle Reservekanister füllte und dann Richtung Osten aufbrach.
Etwa 50 Kilometer hinter der rumänischen Grenze wurde links das Hochgebirge und rechts eine schöne Hügellandschaft sichtbar: Das Apuseni-Gebirge war erreicht!
Mit jedem weiteren Kilometer wurde die Ebene schmaler und die Landschaft spektakulärer. In Stei wurde schnell im Hotel eingecheckt und dann sofort weiter zur ersten Immobilienbesichtigung nach Izbuc gefahren.
Auf unserer kleinen Immobilienliste stand: Izbuc #37.
Izbuc #37 - Der heilige Gral?
Während der Anfahrt durch die Dörfer fiel bereits auf, dass der Zustand der Häuser nicht annähernd mit westeuropäischen Maßstäben vergleichbar war und viele Häuser leer standen.
Zum Glück sah unser Objekt auf den wenigen Bildern, die uns zugeschickt wurden, dagegen hervorragend aus:
Am Objekt angekommen wurde der deutsche Gast herzlich empfangen und sofort in ein kleines Zimmer geführt, wo ein üppiges Buffet aufgebaut war und zahllose Menschen auf ihn einredeten. Diese "Verkaufsstrategie" setzte sich fort. Immer, wenn der Besucher etwas genauer anschauen wollte, wurde er freundlich aber bestimmt zu einem Fliederbusch, einem Apfelbaum, einem leeren Holzfass oder einer rostigen, historischen Schubkarre geführt, wo ihm im Chor "frumos" (deutsch: schön) entgegenhallte.
Nach fast 3 Stunden, in denen man ab und zu einen kurzen Blick auf das Haus werfen konnte, stand fest:
- Die Bausubstanz (Bruchsteinfundamente, massive Ziegelwände, Dachstuhl aus Eichenholz) war solide.
- Der Rest (Dacheindeckung, Fenster, Türen, Elektrik, Holzfußböden, etc.) erforderte weder eine Renovierung, noch eine Sanierung, sondern eine Kernsanierung.
- Der idyllische Innenhof glich einem Urwald und war bei Regen nur mit Gummistiefeln begehbar.
- Das Grundstück war riesig und traumhaft schön, jedoch eine Lebensaufgabe.
Seltsam war auch, dass das Objekt auf den eigenen Fotos viel schlechter aussah als auf den Bildern der Verkäufer:
Es wurde die Bitte geäußert, ob man die Schlüssel bekommen und sich am nächsten Tag (in aller Ruhe und alleine) das Haus noch einmal anschauen könne. Nach einer kurzen Diskussion wurde dem stattgegeben.
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